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Neue Top-Level-Domains: Objector gesucht!

1. Dezember 2011

Position als “Advocatus diaboli” zu vergeben: Mit dem “Independent Objector” sucht ICANN derzeit eine Person oder Organisation, die frühzeitig entscheidet, ob gegen eine Bewerbung um eine neue Top-Level-Domain (nTLD) Einwendungen erhoben werden sollen. Allerdings kann der “Independent Objector” nur dann aktiv werden, wenn eine Endung “gegen allgemein akzeptierte Regelungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung” verstößen könnte oder sich bei Community-Endungen innerhalb der addressierten Zielgruppe Widerstand gegen eine Endung formiert. Bis kurz vor Weihnachten können sich Interessierte bewerben. Dass ordentlich Arbeit warten dürfte, zeigt eine neue Studie: Von den befragten 200 klein- und mittelständischen Unternehmen gab jedes zweite an, wahrscheinlich eine auf ihr Unternehmen bezogene Endungen registrieren zu wollen - und man sei bereit, im Schnitt 47 Prozent mehr im Vergleich zu ihren bisherigen Domains zu bezahlen.

Kurzer Einschub, bevor Missverständnisse entstehen: Der lateinische Ausdruck “Advocatus Diaboli” steht heute in der Rhetorik für eine Argumentationstechnik, bei der man mit seinen Argumenten die Position der Gegenseite vertritt, ohne ihr selbst anzugehören.

Ob der “Indepedent Objector” seine Freude hätte an derzeit laufenden Domain-Streitigkeiten? Man weiß es nicht, aber ein Gericht in Nevada hat in Sachen Domains aufhorchen lassen, wie golem und heise berichten: Auf Antrag des Luxuswarenherstellers Chanel hat es die Beschlagnahme von Hunderten Websites verfügt, über die angeblich Fälschungen von Chanel-Produkten verkauft werden. An Suchmaschinenbetreiber und soziale Netzwerke erging die Anordnung, die betreffenden Domains nicht mehr in Trefferlisten anzuzeigen. Testkunden hatten auf den betreffenden Seiten Waren bestellt und diese dann begutachtet.

Seit einiger Zeit geht die Luxusmarke Chanel rigoros gegen Händler vor, die mit gefälschter Ware handeln. So wurden Websites, auf denen angeblich Fälschungen gehandelt werden, ohne Anhörung der Betreiber “kassiert”. Für den Fall, dass bei diesem humorlosen Vorgehen versehentlich legitime Seiten abgeklemmt werden, muss Chanel 20.000 US-Dollar für mögliche Schadensersatzzahlungen hinterlegen.

Ebenfalls aus dem Luxus-Segment kommt ein weiterer Domain-Streit: Schuhbeck gegen Schuhbeck heißt es derzeit in Bayern, Alfons gegen Sebastian, Sternekoch gegen Religionslehrer. Objekt der Begierde ist die Domain schuhbeck.com. Auf der dazugehörigen Website vertreibt Sebastian Schuhbeck als “Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht” unter dem Etikett RUdi (”Religions-Unterricht digital”) Lehrmittel für bayerische Schüler. Angebote über bis zu 5.000 Euro hat er laut Abendzeitung abgelehnt, denn das sei “seine Homepage. Basta!”. Fortsetzung folgt…

Sowohl für Schuhbeck (Alfons) als auch für Chanel gelten: Vielleicht würden unternehmenseigene Endungen wie .schuhbeck oder .chanel Abhilfe schaffen - zumindest gäbe es dann keine Verwechslungsgefahr mehr. Aber wer eine eigene Top-Level-Domain haben möchte, sollte sich jetzt sputen, wie united-domains-Vorstand Markus Eggensperger in einem ausführlichen Interview mit IT-Business erzählt.

Von Liberec bis Lüderitz: Neues über die .cz-Domain und die .na-Domain

21. Oktober 2011

Je kürzer die Domain, desto besser? Unsinn, meint Axel Schwiersch. Nach der .versicherung-Domain und der - zugegebenermaßen recht kurzen - .reise-Domain will er nun mit einer weiteren (Lang-)Domain den Namensraum erobern: .immobilie heißt das neue Projekt seiner dotimmobilie GmbH aus Bendestorf bei Hamburg. Als heiße Luft entpuppt sich dagegen der Versuch eines Neustarts für das namibische Kürzel .na, während .cz an der Sicherheit arbeitet - hier die Kurznews der Kollegen von von domain-recht.de.

CZ.NIC, Registry für die tschechische Länderendung .cz, hat seine Vergabebedingungen überarbeitet. Die wohl wichtigste Änderung betrifft die Verlängerung der Schutzphase vor Löschung einer Domain. Sie beträgt künftig 60 Tage und verschafft dem Domain-Inhaber damit zusätzliche Luft, sollte seine Adresse in den Löschkreislauf geraten. Weitere Änderungen betreffen die Registrare und ihren Umgang mit den Daten der Domain-Inhaber, die besser geschützt sein sollen.

Die Entwicklungen bei .cz, mit aktuell rund 850.000 vergebenen Domains eine der wachstumsstärksten Endungen in Europa, sollten auch Personen mit Sitz außerhalb der Tschechischen Republik verfolgen, denn die Voraussetzungen für eine Registrierung sind günstig: .cz-Domains bestellen kann jedermann zu jedem beliebigen (legalen) Zweck. Es gibt keine Vergabebeschränkungen.

Ob Namibia seine Top-Level-Domain .na zu echtem Leben erwecken will oder alles nur ein großer Bluff ist, hatten wir erst vor zwei Wochen hatten wir gefragt. Inzwischen liegt die Antwort vor: Die Ankündigungen einer Organisation namens Groot Group Ltd. waren offenbar nur heiße Luft. Darauf deutet zumindest die Abschaltung der Kampagnen-Domain dotna.info hin, die anstatt von Hintergrundinformationen aktuell lediglich den schnöden Hinweis enthält, dass die über den US-Registrar GoDaddy angemeldete Internetadresse auf eine Platzhalterseite umgeleitet werde und sich der Inhaber bei GoDaddy melden solle.

“Einzigartige Vorteile” und “beste Platzierung in Suchmaschinen” verspricht die dotimmobilie GmbH mit der Einführung der neuen globalen Top Level Domain .immobilie. Der noch jungfräuliche Namensraum verspricht nach Meinung der Macher mit denkbaren Domains wie starnberg.immobilie oder buero-berlin.immobilie eine Adresse, die deutlich besser zur Neukundenakquise geeignet sei als Domains mit Firmierungen. Im Gegenzug werde der Preis je Domain bei rund 100 bis 150 Euro jährlich liegen. Sowohl Suchmaschinen und Verbraucher wissen dann aber, dass “das Angebot von einem professionellen Anbieter stammt, der klar identifiziert und als Branchenmitglied validiert wurde.” Registrierungsberechtigte Unternehmen können ab November ihre Wunsch-Domains vorreservieren.

Jeden Tag Weihnachten: .CX-Domains

10. Dezember 2010

Noch zwei Wochen bis Weihnachten! Während der eine sich schon auf das Weihnachtsessen freut und der andere vielleicht langsam wegen fehlender Geschenke unruhig wird, läuft auch bei uns das Weihnachtsgeschäft. Unsere Preis-Aktion beispielsweise haben wir nochmals um einen Monat verlängert, die beliebtesten Endungen gibt es also noch eine Weile zum halben Preis.

Diese Woche allerdings soll eine Domain-Endung im Mittelpunkt stehen, die zu Schneegestöber und Plätzchen passt: .CX, die Länder-Endung der Weihnachtsinsel.

Es existieren mehr als 220 Länder-Endungen wie etwa .DE für Deutschland, .FR für Frankreich oder .AT für Österreich. Dabei erfolgte die Zuteilung nach einer strengen Norm (genauer ISO 3166), die sowohl für die größten Länder als auch den kleinsten Inselstaat gilt.

Die Weihnachtsinsel im indischen Ozean gehört eher zur zweiten Kategorie. Mit gerade einmal 1.400 bis 1.600 Einwohnern stehen die Chancen gut, dass es mehr Domains unter der Endung der Insel gibt als Einwohner auf dem 135 km² großen Eiland.

Dennoch steht auch der Weihnachtsinsel nach ISO 3166 ein eigener Länder-Code zu, obwohl sie politisch gesehen zu Australien gehört. Verwaltet werden die .CX-Domains von der CoCCA Registry Services Ltd., die, glaubt man den Karten von Google, durchaus ein Arbeitsplatz für Wasserfreunde sein dürfte. Im Ernst: auch an die Verwaltung von Domain-Endungen kleinerer Länder werden die gleichen Anforderungen gestellt wie bei den “Großen”. Zugleich hat die jeweilige Vergabestelle das Recht, selber festzulegen, wie streng ihre Regeln sind. Domains unter der Endung .CX können beispielsweise von jedermann registriert werden, ein Wohnort im Land oder eine dort gültige Marke sind (im Gegensatz zu manch anderer Domain-Endung) nicht notwendig.

Die Mitarbeiter der .CX-Vergabestelle haben vermutlich nicht jeden Tag Weihnachten, ein digitales Stückchen der Insel kann man sich dagegen jeden Tag sichern.

und-bei-euch.SO? Unsere “Neue” in der Welt der Domains

1. Dezember 2010

In eigener Sache: Pünktlich zum ersten Dezember machen wir zwar wegen frostiger Temperaturen und Schneefall kein Türchen auf, präsentieren aber einen Neuzugang im Bereich Domain-Endungen.

Im letzten Artikel ging es um die verschiedenen Phasen, die normalerweise vor der Einführung einer neuen Domain-Endung ablaufen. Live erleben können wir das aktuell bei der Endung .SO für Somalia, die wir gerade in unser Angebot aufgenommen haben.

Seit heute nehmen wir Vormerkungen für Domains mit der TLD .SO an. Wir nehmen damit an der so genannten Live-Reg teil, also am offiziellen Start der Registrierung für jedermann. Stichtag ist hier der 1. März 2011.

Alle Vormerkungen, die bei uns eingehen, werden von uns pünktlich zum Start der Registrierungs-Phase an die Vergabestelle weitergeleitet. Und was, wenn sich zwei Kunden nur-mal.SO die gleiche Domain sichern möchten? In diesem Fall gilt die alte Regel: “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.”

Zahltag ist natürlich erst dann, wenn der Wunschname auch tatsächlich registriert wurde. Sollte er (beispielsweise wegen vorliegender Markenrechte) bereits in der Sunrise-Phase, also vor dem 1. März 2011, registriert worden sein, wird unsere Vormerkung bei der Vergabestelle zwar leider abgelehnt, dem Kunden aber entsprechend auch nicht berechnet.

Wer al.SO bei unserer “Neuen” vorne mit dabei sein möchte, der kann ab sofort auf unserer Informationsseite zu .so-Domains loslegen!

Domain-Vormerkungen: von Müllern und Schlangen

22. November 2010

Morgen ist es eine Woche her, seit die neuen .de-Domains mit scharfem S für die Öffentlichkeit verfügbar wurden. Viele der Vormerkungen, die unsere Kunden eingereicht hatten, konnten wir für sie sichern. Warum nur viele, nicht aber alle?

Das hängt mit dem System zusammen, das von der Vergabestelle DENIC bei der Einführung der neuen Domains verwendet wurde. Hier kam ein zweistufiges System zum Einsatz:

1. Die Sunrise-Phase
Daran konnten nur Personen oder Firmen teilnehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In diesem Fall mussten sie eine .de-Domain mit Doppel-S besitzen, um den entsprechenden Namen auch mit scharfem S registrieren zu können.

2. Die Live-Registrierung
Sie folgte auf die Sunrise-Phase. Ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte jedermann seine gewünschte(n) Domain(s) mit scharfem S registrieren. In der Regel setzt die jeweils zuständige Vergabestelle einen offiziellen Start-Zeitpunkt fest, ab dem alle teilnehmenden Provider ihre Domain-Aufträge weiterleiten können. Diese werden dann nach dem (Müller-)Prinzip “wer zuerst kommt, mahlt zuerst” abgearbeitet.

Wer nun vorab eine Vormerkung für den Start der Live-Registrierung abgegeben hat, bekam in der Regel auch die gewünschte Domain. Leider können wir jedoch keine hundertprozentige Garantie geben, da natürlich auch andere Provider ihre Aufträge weiterleiten. Jeder Anbieter gibt also eine Schlange an Bestellungen weiter (normalerweise in der Reihenfolge, wie sie bei ihm selbst eingegangen sind).

Dieses Prinzip wird auch bei anderen Domain-Endungen angewendet. In Kürze werden wir beispielsweise die Endung .so für Somalia einführen. Sie wird gerade “frisch” für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht. Auch hier wird es ein mehrstufiges Verfahren geben, bei dem zuerst Marken- und Namensinhaber zum Zug kommen. So soll vermieden werden, dass sich Grabber Namen sichern, für die ein anderer bereits Rechte angemeldet hat. Erst im Anschluss darf sich dann jedermann seinen Wunschnamen sichern.

Weitere Infos zur neuen Domain-Endung .so gibt es in Kürze hier.

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