24. August 2011
“The Internet is for porn” heißt es in einem Clip der Muppets, den Blogger Jannewap auf seiner Seite auch gleich mitveröffentlicht hat. So weit, so bekannt.
Etwas mehr aufhorchen lässt da schon die Meldung, dass Unternehmen trotz vielerlei im Vorfeld geäußerten Bedenken - einfache Zensur durch Blockieren der .xxx-Domains, zusätzliche Gebühren - offenbar “in großem Stil” .xxx-Domains registrieren. Laut dieser Meldung seien darunter neben Unternehmen aus der “Erwachsenenunterhaltung” aber auch das Rote Kreuz und der Spielzeughersteller Mattel, die sich wohl vor - aktiven - Domains wie roteskreuz.xxx oder barbie.xxx schützen möchten.
Kurioses kann dazu auch united-domains beisteuern: So wollte jemand tatsächlich den Begriff “SPD” unter der .xxx-Domain bestellen bzw. vormerken lassen. Ob die Volkspartei hier schnell war, es sich um einen Scherz oder einen Domain-Grabber handelt, können wir nicht sagen.

Wollte Sigmar Gabriel tasächlich eine Domain bestellen für seine Partei?
Besonders, nun ja, pikant ist eine Meldung, die seit einigen Tagen kurisert, und die - zumindest laut Google Alerts - der WELT kompakt-Redakteur Jürgen Stüber als erster in seinem Blog veröffentlicht hat: Die Tierschutzorganisation PETA möchte offenbar peta.xxx bestellen. Und das nicht nur zum Schutz der eigenen Marke, sondern sie plant offenbar, eine Pornowebsite unter dieser Domain laufen zu lassen.
PETA geht damit seinen Weg einen Schritt weiter, Tierquälerei mit viel nackter Haut anzuprangern - und dürfte damit Kritikern neues Futter liefern: Sie monieren, dass PETA einerseits die Tierrechte als “heilige Kuh” ansehe, es aber mit den Frauenrechten nicht so genau nehme. Aber: Wir berichten darüber, Focus Online tut es auch - somit Ziel erreicht aus Sicht der PR-Verantortlichen bei PETA.
Was beweist uns das einmal mehr? Sex sells - übrigens auch bei united-domains!
von uniteddomains unter Domain-Nachrichten, Domain-Recht, Domain-Registrierung gepostet.
Tags: .xxx, domain-grabbing, Domain-Recht, Domain-Registrierung, domains bestellen, domains regeistrieren, neue Top-Level Domains, nTLDs, Tag hinzufügen
1. Oktober 2010
Der folgende Artikel stellt keine Rechtsberatung dar.
Einer der Grundsätze in der Welt der Domains ist, dass es jeden Domain-Namen nur exakt einmal geben kann. Registriere ich mir die Domain united-domains.de, dann kann ich sicher sein, dass kein Zweiter genau diese Domain nochmals sichern kann (sofern ich sie nicht eines Tages kündige).
Immer wieder erreichen uns Mails, in denen der Eindruck entsteht, dass genau das möglich sei. Diese Nachrichten werden von (meist chinesischen) Firmen verschickt, die sich augenscheinlich um den weltweiten Schutz von Namen im Domain-Bereich kümmern. Nun sei just bei dieser Firma ein Antrag eingegangen, mit dem ein Dritter beispielsweise den Namen united-domains unter verschiedenen Endungen sichern wolle. An sich sehr nett, dass die chinesische Firma sich die Mühe macht, genau uns anzuschreiben, die wir mit dem Namen united-domains seit zehn Jahren am Markt sind.
Weniger nett sind die folgenden Absätze der Mails, die sich meist in zwei Versionen einteilen lassen. Version eins beschreibt, dass wir dem Absender unbedingt mitteilen müssten, ob der uns unbekannte Dritte mit uns in Verbindung stehe. Die Registrierung der Domains könne nur kurze Zeit verhindert werden und der Absender würde befürchten, dass dieser Dritte Böses im Schilde führt. Version zwei geht noch einen Schritt weiter: hier ist der eigene Name bereits unter verschiedenen Endungen registriert worden und die chinesische Firma schreibt nun, man habe leider zu spät bemerkt, dass dieser Name schon existiert. Großzügigerweise sei man jedoch bereit, die Domains zu verkaufen.
Was ist von solchen Mails zu halten? Habe ich die Domain united-domains.de registriert, so bin ich für die Dauer des Vertrages der Inhaber und niemand hat die Möglichkeit, sich selbst nochmals united-domains.de zu sichern. Das bedeutet aber nicht, dass auch alle anderen Endungen wie .com, .cn oder etwa .ws ebenfalls mit belegt werden. Genau diesen Sachverhalt machen sich die Absender von Domain-Spam-Mails zunutze. Ungeachtet der Tatsache, dass hinter manchen Domain-Namen eine eingetragene Marke steht und sie deshalb besser nicht von Dritten registriert werden sollten, soll der Empfänger der Mails in Zugzwang gebracht werden. Denn was, wenn der eigene Name plötzlich in China vergeben ist? Auf einen langwierigen Rechtsstreit haben vermutlich die wenigsten Lust. Also auf das Angebot einsteigen? Dahinter steckt oftmals der Versuch, den Namensinhaber zu einer völlig überteuerten Registrierung oder Übertragung von Domains zu überreden.
Die Lösung ist dabei ganz einfach: die in den Mails genannten Domains sind meist noch frei. Sie können also bei einem beliebigen Provider registriert werden, da bei den zuständigen Vergabestellen das Prinzip “wer zuerst kommt, mahlt zuerst” gilt. Eine Vorreservierung, die den eigenen Namen blockiert aber noch nicht registriert, gibt es nicht.
Version zwei, in der die Domains bereits registriert wurden, ist seltener zu finden. Denn hier muss der Absender erst einmal selbst für die Registrierung zahlen. Auch hier ist fraglich, ob man reagieren sollte. Bei einer eingetragenen Marke, die vom Absender widerrechtlich als Domain gesichert wurde, bleibt natürlich der Weg zum Rechtsanwalt. In den meisten Fällen dürfte die Domain aber für einen Grabber aus China eher uninteressant sein, wenn nicht gerade ausgedehnte Handelsbeziehungen des Namensinhabers zu diesem Land bestehen. Folglich dürfte die Domain relativ schnell wieder gelöscht werden. Anschließend kann sie immer noch vom Namensinhaber registriert werden, um zukünftig Grabbern zuvor zu kommen.
Erreicht sie also eine freundlich formulierte Nachricht wie oben beschrieben, sollten Sie nicht überstürzt reagieren. Im Zweifelsfall hilft unser Support gerne weiter.
9. August 2010
In eigener Sache: seit einer Weile bietet ein Team von Spezialisten der united-domains AG die Seminarreihe Domain-Lunch an. Um was es dabei geht und warum das auch für Sie interessant sein könnte, zeige ich Ihnen in diesem Artikel.
Aller Anfang ist leicht, zumindest im Netz. Eine eigene Internet-Adresse kann ohne Aufwand mit wenigen Klicks online registriert werden. Der erste Web-Auftritt ist dank frei verfügbarer Vorlagen und WYSIWYG-Editoren („what you see is what you get“) gleich erstellt. Vielleicht noch ein Shop-System dazu? Kein Problem, kann alles heruntergeladen und mit etwas Glück auch ohne große Änderung zum Laufen gebracht werden.
Ganz so perfekt ist die schöne, neue Welt allerdings nicht. Nehmen wir einmal das Beispiel des (fiktiven) Inhabers einer kleinen Gärtnerei, Herbert K.
Herr K. geht mit der Zeit und stellt sein Angebot an Blumen, Gestecken, Obst und Gemüse dem geneigten Besucher im Netz vor. Er bekommt durchweg positive Resonanz auf seine Seite, einige seiner Kunden sagen sogar, dass sie über eine Suchmaschine auf ihn aufmerksam wurden. Herr K. sieht sich seinen Web-Auftritt gerne auch selbst an. Eines Tages jedoch ist er etwas unaufmerksam und vertippt sich bei seinem Domain-Namen. Plötzlich landet er auf einer Seite, die zugepflastert ist mit Werbung der Konkurrenz. “Was, wenn das meinen Kunden auch passiert?” fragt er einen Bekannten. “Vielleicht wandern sie dann zu einer anderen Gärtnerei ab. Und alles nur, weil ein Buchstabe falsch ist!” “Tja, Fat-Finger-Distance, Herbert!” ist alles, was er von seinem Bekannten zu hören bekommt.
Kurz darauf hat Herr K. den Vorfall wieder vergessen. Sein Bekannter hat ihm nämlich erzählt, dass eine Webseite an sich ohnehin nicht mehr der neueste Schrei sei. Vielmehr müsse er sich im Web 2.0 bewegen, DAMIT sei er der Konkurrenz voraus. Herr K. macht sich also schlau und kennt kurz darauf die Namen der wichtigsten Social Networks. Auch unsere Suchmaschine ud.com findet er. Dort gibt er testweise den Namen seiner Gärtnerei ein. Und siehe da: SEIN Name ist bei Facebook und Twitter bereits belegt! Er besucht den Facebook-Account. Zwar steht dort nichts, eine eigene Seite kann er dort aber nicht mehr erstellen, weil der Name eben schon vergeben ist. Beim Besuch von Twitter dann traut er seinen Augen kaum: unter dem Namen seiner Gärtnerei wirbt dort ein Konkurrent für seine Produkte! Über einen Link gelangt man direkt auf die Homepage des Wettbewerbers, inklusive Anfahrtsskizze und Sonderangeboten. Herr K. schreibt zwar umgehend an den Support von Twitter, gesperrt wird der Account jedoch nicht, geschweige denn, dass Herr K. ihn übertragen bekäme.
Schöne, neue Welt? Wie gesagt - nicht unbedingt. Immer wieder müssen Privatpersonen, Firmen und Markeninhaber feststellen, dass sie ihren Namen im Netz nicht alleine benutzen. Auch in meiner Arbeit für united-domains höre ich regelmäßig von Fällen, in denen Kunden ihre Wunsch-Domain nicht einfach direkt registrieren können, sondern mühsam einklagen müssen, weil Dritte den Namen bereits weggeschnappt haben. Mit zunehmender Bedeutung von Social Networks tritt diese Problematik inzwischen auch bei Twitter, Facebook und Co. auf.
Einige meiner Kollegen haben sich daher zu einem Team zusammengeschlossen, um mit der Seminarreihe Domain-Lunch die Fallstricke im Netz aufzudecken und Lösungen aufzuzeigen.
Die Vorträge richten sich sowohl an Privatpersonen als auch an Firmen, Markeninhaber und alle anderen, die im Netz vertreten sind (oder sein wollen). Im Rahmen der Veranstaltungen wird geklärt, welche rechtlichen Grundlagen bei der Domain-Registrierung zu beachten sind und wie man den eigenen Namen im Netz gegen einen Missbrauch von Dritten sichert oder - falls es bereits zu spät ist - wie gegen einen Missbrauch vorgegangen werden kann.
Aktuell bereiten die Kollegen bereits den 6. Domain-Lunch vor, die Rückmeldungen waren bislang durchweg positiv. Dabei muss guter Rat nicht teuer sein: die Teilnahme am Domain-Lunch ist kostenlos. Da die Anzahl der verfügbaren Plätze begrenzt ist, können sich Interessenten direkt online anmelden und einen Platz anfordern.
Herr K. hätte, wäre er eine reale Person, beim Domain-Lunch übrigens auch erfahren, was es mit der Fat-Finger-Distance auf sich hat. Doch nicht nur das: bereits vor dem gemeinsamen Mittagessen hätte er gewusst, wie er seinen Namen im Netz platzieren muss, um mit seiner Gärtnerei tatsächlich optimal in der schönen, neuen Welt aufgestellt zu sein.