7. November 2011
Es wäre wohl eine gute Frage für eine Quizshow: Für welches Land hätte die Länderendung “.dd” stehen sollen? Für das Land unserer Damals-noch-nicht-Landsleute aus Zwickau, Dresden, Neu-Brandenburg und Rostock: Die DDR hätte diese Endung bekommen sollen. Allerdings hat der Lauf der “Gechichde” - wie Kanzler Kohl zu sagen pflegte - dies verhindert: Noch vor der DNS-Delgierung fällt die Mauer, Deutschland wird nicht nur politisch wiedervereinigt: Unter der .de-Domain” ist man fortan gemeinsam im Internet präsent.
Das ist nur eine von vielen Anekdoten aus 25 Jahren “.de-Domain”, die am 5. November 1986 in der IANA-Datenbank registriert wurde. Zusammengestellt sind einige in einer sehr lesenswerten Jubiläumsbroschüre.
Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft - der Deutschen mit “ihrer” Länderendung: Fast 15 Millionen registrierte .de-Domains gibt es heute. Sie ist damit eine der erfolgreichsten ccTLDs - Country Code Top-Level-Domains, sprich: Länderendungen - überhaupt.
Dass das Internet 1986 in den sprichwörtlichen “Kinderschuhen” steckte, ist fast schon übertrieben: Die ersten Domains wurden erst 1988 registriert, der “Spiegel” und “BILD” gingen 1995 ins Netz, die Millionengrenze übersprang die .de-Domain 1999. Mit dem im gleichen Jahr gestarteten DSL-Breitbandangebot beschleunigte sich das Wachstum jedoch erheblich: 2001 waren es bereits fünf Millionen, 2006 zehn Millionen. Heute surft jeder Vierte mobil im Internet und verbringt die meiste Online-Zeit auf facebook. Das wurde übrigens bereits 2004 unter facebook.de gelauncht.
Der Begriff “.dd” hat aber auch im verreinigten Deutschland noch eine gewisse Bedeutung erlangt, als Autokennzeichen der Stadt Dresden. Um ein Haar hätte .dd auch ein digitales
Comeback feiern können: als Endung der Stadt Dresden im Rahmen nTLD-Programms der ICANN. Doch dem stehen die Regularien entgegen, die mindestens drei Buchstaben bei den neuen Domain-Endungen vorsehen. Aber auch so prüft die Stadt Dresden laut einem Zeitungsbericht offenbar, sich für .dresden zu bewerben.
Wir gratulieren jedenfalls: Alles Gute zum Geburtstag, .de-Domain!
von uniteddomains unter Domain-Registrierung gepostet.
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2. November 2011
.de-Domains bestellen kann mitunter unangenehme Folgen haben: “Die DENIC hat ihre Unantastbarkeit verloren. Der BGH sieht die DENIC in einem eindeutigen Fall einer rechtsverletzenden Domainregistrierung zur Löschung der Domains verpflichtet.”, schreibt der Rechtsanwalt Fabian Reinholz in einem Blogbeitrag für einen großen deutschen juristischen Verlag. Bislang war der BGH eher zurückhaltend, der DENIC als Organisation “ohne Gewinnerzielungsabsicht” zu viele Prüfungspflichten aufzubürden, denn dies hätte einen unzumutbaren Mehraufwand bedeutet.
Der BGH hatte 2001 zu dieser Frage festgestellt:
“Bei der Registrierung selbst, die in einem automatisierten Verfahren allein nach Prioritätsgesichtspunkten erfolgt, muss keinerlei Prüfung erfolgen. Aber auch dann, wenn die DENIC auf eine mögliche Rechtsverletzung hingewiesen worden ist, ist sie nur dann gehalten, die Registrierung des beanstandeten Domainnamens zu löschen, wenn die Rechtsverletzung offenkundig und für sie ohne weiteres feststellbar ist.”
Einen solchen Fall hat der BGH nun erkannt: Ein Unternehmen aus Panama hatte unter anderem die Domain “regierung-oberfranken.de” registriert. Nun ist Panama laut dem bekannten Kinderbuch ein schönes Land, hat aber nach Ansicht der Richter beim besten Willen keine wie auch immer geartete Verbindung zum Freistaat Bayern, die das Registrieren einer solchen Domain auch nur im Entferntesten plausibel machen kann.
Daher gab der BGH dem klagenden Freistaat Bayern recht. Angesichts der Domains mit offiziellem Charakter könne ein Sachbearbeiter der DENIC auch ohne tiefe domainrechtliche Kenntnisse erkennen, dass diese Domains keinesfalls einem privaten Unternehmen in Mittelamerika zustünden. Der BGH sieht die DENIC in einem eindeutigen Fall einer rechtsverletzenden Domainregistrierung wie diesem verpflichtet, diese Domains zu löschen.
Der entschiedene Streit ist (noch?) ein Einzelfall. Damit muss nicht jeder vergleichbare Fall muss zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Dennoch hat dieses Urteil wohl wegweisenden Charakter.
24. Oktober 2011
Wer im Einzugsbereich der .hamburg-Domain, der .berlin-Domain oder der .koeln-Domain lebt, wird die Aufregung in Bayern kaum nachvollziehen können. Die Bayernpartei (für alle Nicht-Bayern: Das ist nicht die CSU!) hat sich zu Wort gemeldet und deutlich gemacht, dass Ihr die .bayern-Domain nicht ausreicht. Damit sei nur ein Tei des Freistaates bei den neuen Domain-Endungen abgedeckt, argumentieren sie in einer Pressemitteilung. Deshalb erwarten sie von der Staatsregierung, dass sie auch Endungen wie .franken, .schwaben oder .muenchen, .allgaeu und .ufr (für Unterfranken) forciert.
Kurzer Einschub: Das wäre in etwa so, als würde man zu der .berlin auch noch .charlottenburg oder .friedrichshain fordern. Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, denn Bayern ist bekanntermaßen etwas größer als Berlin, auch die sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Passau und Aschaffenburg dürften größer sein.

Soll auch .schwaben und .muenchen pushen: Bayerns CIO Pschierer, hier bei seinem Treffen mit ICANN-Chairman Stephen Crocker am united-domains-Stand im Rahmen der newdomains.org-Konferenz.
Fakt ist aber, dass der Markt reguliert, welche Endungen sich durchsetzen - falls sie von ICANN zugelassen werden. Oder manchmal bestimmt er auch, ob es überhaupt eine Bewerbung gibt. Wie das gehen kann, hat die bayerische, pardon: oberfränkische, Stadt Hof vorgemacht: Sie hat mit einem regionalen Telekommunikations-Anbieter die lokale Wirtschaft ins Boot geholt und angekündigt, sich bei ICANN um die .hof-Domain bewerben zu wollen.
Einzige Forderung: 3000 Voranmeldungen müssen für .hof-Domains vorliegen, sonst rechne sich das Projekt “.hof” nicht. So kann sich eine Region selbst ihre Identität im Internet geben.
von uniteddomains unter Domain-Registrierung gepostet.
Tags: .bayern-Domain, .berlin-Domain, .hamburg-Domain, .hof-Domain, .koeln-Domain, Franz Josef Pschierer, ICANN, neue Domain-Endungen, neue Top-Level Domains, neue Top-Level Domains reservieren, nTLD, Stadt Hof, Stephen Crocker, united-domains
21. Oktober 2011
Je kürzer die Domain, desto besser? Unsinn, meint Axel Schwiersch. Nach der .versicherung-Domain und der - zugegebenermaßen recht kurzen - .reise-Domain will er nun mit einer weiteren (Lang-)Domain den Namensraum erobern: .immobilie heißt das neue Projekt seiner dotimmobilie GmbH aus Bendestorf bei Hamburg. Als heiße Luft entpuppt sich dagegen der Versuch eines Neustarts für das namibische Kürzel .na, während .cz an der Sicherheit arbeitet - hier die Kurznews der Kollegen von von domain-recht.de.
CZ.NIC, Registry für die tschechische Länderendung .cz, hat seine Vergabebedingungen überarbeitet. Die wohl wichtigste Änderung betrifft die Verlängerung der Schutzphase vor Löschung einer Domain. Sie beträgt künftig 60 Tage und verschafft dem Domain-Inhaber damit zusätzliche Luft, sollte seine Adresse in den Löschkreislauf geraten. Weitere Änderungen betreffen die Registrare und ihren Umgang mit den Daten der Domain-Inhaber, die besser geschützt sein sollen.
Die Entwicklungen bei .cz, mit aktuell rund 850.000 vergebenen Domains eine der wachstumsstärksten Endungen in Europa, sollten auch Personen mit Sitz außerhalb der Tschechischen Republik verfolgen, denn die Voraussetzungen für eine Registrierung sind günstig: .cz-Domains bestellen kann jedermann zu jedem beliebigen (legalen) Zweck. Es gibt keine Vergabebeschränkungen.
Ob Namibia seine Top-Level-Domain .na zu echtem Leben erwecken will oder alles nur ein großer Bluff ist, hatten wir erst vor zwei Wochen hatten wir gefragt. Inzwischen liegt die Antwort vor: Die Ankündigungen einer Organisation namens Groot Group Ltd. waren offenbar nur heiße Luft. Darauf deutet zumindest die Abschaltung der Kampagnen-Domain dotna.info hin, die anstatt von Hintergrundinformationen aktuell lediglich den schnöden Hinweis enthält, dass die über den US-Registrar GoDaddy angemeldete Internetadresse auf eine Platzhalterseite umgeleitet werde und sich der Inhaber bei GoDaddy melden solle.
“Einzigartige Vorteile” und “beste Platzierung in Suchmaschinen” verspricht die dotimmobilie GmbH mit der Einführung der neuen globalen Top Level Domain .immobilie. Der noch jungfräuliche Namensraum verspricht nach Meinung der Macher mit denkbaren Domains wie starnberg.immobilie oder buero-berlin.immobilie eine Adresse, die deutlich besser zur Neukundenakquise geeignet sei als Domains mit Firmierungen. Im Gegenzug werde der Preis je Domain bei rund 100 bis 150 Euro jährlich liegen. Sowohl Suchmaschinen und Verbraucher wissen dann aber, dass “das Angebot von einem professionellen Anbieter stammt, der klar identifiziert und als Branchenmitglied validiert wurde.” Registrierungsberechtigte Unternehmen können ab November ihre Wunsch-Domains vorreservieren.
von uniteddomains unter Domain-Nachrichten, Domain-Registrierung gepostet.
Tags: .cz-Domain, .immobilie, .immobilie-Domain, .na-Domain, .reise, .reise-Domain, .versicherung, .versicherung-Domain, cctlds, domain, Domain-Registrierung, domains bestellen, dotimmobilie GmbH, neu, neue Top-Level Domains, nTLD, nTLDs
29. September 2011
“#newdomains conference is very well done, my deepest respects to the team at @uniteddomains @florianhuber @newdomains_org”
Diesen Text twitterte Jothan Frakes, ein Urgestein im Domain-Geschäft und Panelteilnehmer und Co-Moderator der newdomains.org.
Über 250 Teilnehmer aus aller Welt von Asien bis Amerika, mehr als 25 Veranstaltungen an zwei Tagen parallel in zwei Channels, eine Konferenzmesse mit 15 Ausstellern und als Bonus zwei große Abend-Events im Hofbräukeller und Hippodrom auf dem Münchner Oktoberfest - unsere „newdomains.org – The Munich Conference on New TLDs“, dürfen wir in aller Bescheidenheit einen Erfolg nennen.

Aus unserer Sicht besonders erfreulich: Neben den “üblichen Verdächtigen”, den bekannten Gesichtern der Domain-Branche, kam etwa die Hälfte der Teilnehmer aus anderen Bereichen. Ähnlich war es auch bei den vertretenen Nationalitäten: Etwa die Hälfte der Teilnehmer kam aus Deutschland, die andere Hälfte verteilte sich auf den Rest der Welt. So waren bis auf Südamerika waren alle Regionen der Erde vertreten. Zudem gaben sich mit ICANN-Chairman Stephen Crocker, dem nTLD-Verantwortlichen Kurt Pritz sowie Crockers Amtsvorgänger Peter Dengate Thrush im Münchner Sofitel Bayerpost führende Köpfe der ICANN die Ehre.


Stephen Crocker beeindruckte mit seiner Fachkompetenz und seiner gelassenen Art, sowohl als Referent, bei Presseinterviews oder im persönlichen Gespräch - und offenbarte eine ordentliche Prise Humor: Angesprochen auf die immer wieder auftretende Kritik am nTLD-Programm der ICANN gab er trocken zurück: “Kritik sind wir bei der ICANN gewohnt”. Und zum traditionell-bayerischen Conference Dinner im Hofbräukeller sagte er: “Well, am I going to have to wear a Dirndl”?
Einen Eindruck von beiden Konferenztagen - inklusive Conference Dinner am Montag - gibt unser flickr-Fotostream. Die Bildberichterstattung endet jedoch am Eingang zum Oktoberfest am frühen Dienstag abend. Es sei aber gesagt: Es war ein ausgelassener, fröhlicher Abschluss der Konferenz, von dem wir keine Ausfälle verschweigen müssen, da alles zivilisiert ablief.


Wir freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr bei der “newdomains.org - The Munich Conference on new TLDs 2012″!