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RATGEBER

E-Mail

Die E-Mail ist tot, es lebe die E-Mail

Täglich erleben wir die Schwächen der E-Mail und würden sie gerne durch etwas Besseres ersetzen. Nach der hundertsten Empfehlung einer billigen privaten Krankenkasse, der x-ten Abwandlung des Vorschussbetruges und immer besser werdenden Phishing E-Mails sollte das Vertrauen restlos verspielt sein. Aller Erfahrung zum Trotz: Die E-Mail hält sich hartnäckig und ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Mehr noch – die E-Mail-Adresse ist zur wahrscheinlich wichtigsten Online-Identität avanciert.

Wird man sich der Bedeutung der E-Mail bewusst, ist es umso erstaunlicher, wie unüberlegt die E-Mail-Lösung gewählt und schwache Passörter vergeben werden. Erfahrungsberichte über die Konsequenzen, wenn ein E-Mail-Account gehackt wird, gibt es zu Genüge.

Wir stellen fünf gute Gründe vor, sich eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain zu registrieren.

1. Unabhängigkeit:

Fast alle Dienste nutzen die E-Mail-Adresse als das zentrale Kontakt- und Legitimationsmerkmal. Die Kontinuität einer E-Mail-Adresse wird damit zu einem wesentlich Merkmal. Kostenlose E-Mail-Dienste kommen und gehen. Sie werden eingestellt, gekündigt oder kostenpflichtig. Auch wenn einige Anbieter ein vorbildliches E-Mail-Angebot bereitstellen: Bei der ersten Registrierung ist unklar, in welche Richtung sich der Anbieter entwickeln wird. Wer hätte damals vermutet, dass das ePost-Freemail-Angebot der Deutschen Post eingestellt werden würde.

Die eigene Domain befreit Sie von diesen Risiken. Sie können ihre Domain umziehen und durch einen Anbieterwechsel mit den Ihnen wichtigen Leistungen ausstatten. Von einem eigenen MX-Server über die E-Mail-Lösung des Registrars bis hin zur Verknüpfung von Domain und GMail-Account (Google Mail) ist alles möglich.

2. Sicherheit:

Ob der E-Mail-Dienst unter einer eigenen Domain grundsätzlich sicherer ist, lässt sich schwer nachweisen. Zu unterschiedlich sind hier die Mail-Lösungen, die man mit einer eigenen Domain nutzen kann. Allerdings sind für einen Hacker Gratis-Mail-Anbieter noch immer ein hoch interessantes Angriffsziel. Die Frequenz und die Qualität der Angriffe führt zwar dazu, dass einige Anbieter ihre Systeme deutlich verbessern, mit einer eigenen Domain lassen sich dennoch flexiblere E-Mail-Lösungen aufsetzen, die einem Gratis-Mail-Account deutlich überlegen sind.

Sollten Sie eine E-Mail-Adresse eines kostenlosen Anbieters löschen, weil Sie zu viel Spam erhalten, besteht die Gefahr, dass der Gratis-Mail-Anbieter die E-Mail-Adresse an einen neuen Kunden vergibt und dieser neue E-Mail-Inhaber Nachrichten erhält, die an Sie gerichtet sind. Bei einer eigenen E-Mail mit eigener Domain haben Sie dieses Risiko unter Kontrolle. Grundsätzlich gilt: E-Mail-Adressen bleiben im besten Fall ein Leben lang unter der Kontrolle des ursprünglichen Inhabers.

Für den Datenschutz ist der Sitz des Anbieter und der Serverstandort entscheidend. Für deutsche Kunden ist es in der Regel von Vorteil, wenn sowohl der Anbieter als auch der Server in Deutschland sind.

3. Kosten: eigene E-Mail-Domain vs. kostenloser E-Mail-Anbieter

Freemail isn’t free. Wenn Sie keine monatlichen Gebühren zahlen, refinanzieren sich die Anbieter entweder über direkte Werbung in ihrem Postfach, die sich nicht immer abschalten lässt, oder mit der Auswertung Ihrer Daten.

Falls Sie ein Problem mit Ihrem E-Mail-Account nicht per E-Mail klären können, weil beispielsweise der E-Mail-Account gehackt wurde, fallen je nach Anbieter Gebühren von bis zu €3,99 pro Gespräch an, sofern diese Kontaktmöglichkeit überhaupt existiert. Teilweise sind die Kontaktmöglichkeiten auf den Webseiten der Anbieter versteckt und auf ein Online-Formular beschränkt. Nicht alle Anbieter stellen einen deutschsprachigen Support zur Verfügung. Bei deutschen Registraren sind die Kontaktmöglichkeiten meist erheblich günstiger und vielfältiger.

4. Visitenkarte E-Mail-Adresse: Charakteristisch und einprägsam

Eine E-Mail-Adresse ist nicht nur eine Kontaktmöglichkeit auf der Visitenkarte, sie ist zugleich ein Merkmal der Digitalkompetenz. E-Mail-Adressen von Gratis-Mail-Anbietern wirken meist weniger professionell. Eine eigene Domain mit E-Mail-Adresse hebt sich ab und weckt größere Aufmerksamkeit, als eine Gratis-Adresse von der Stange. Umständliche Buchstabierorgien wie beispielsweise andreasw1980@gratis-anbieter.com entfallen. Mit der Domain-Endung .email gibt es seit ca. einem Jahr auch eine passende Endung für diejenigen, die eine einprägsame Domain für eine gute E-Mail-Adresse suchen. Unter der Endung gibt es bisher nur ca. 50.000 Domains [1]. Viele Nachnamen sind daher noch verfügbar.

5. Komfort und Ordnung: E-Mail-Aliase gegen Spam

Die immer gleiche Domain in den E-Mail-Adressen der Gratis-Mail-Anbieter macht es Spammern leicht: Es werden einfach alle Zeichenkombinationen vor dem @gratismailanbieter.com durchprobiert. Treffer, also zugestellte Spam-Nachrichten, werden per Zufall erzielt. Mit einer eigenen Domain sind solche Zufallstreffer höchst unwahrscheinlich.

Mit einem E-Mail-Alias können Sie das Spamaufkommen noch besser kontrollieren. Ein Alias ist eine weitere E-Mail-Adresse, mit deren Hilfe eingehende Nachrichten in Ihr E-Mail-Postfach weitergeleitet werden. Anstatt Ihre Haupt-E-Mail-Adresse bei jedem unbedeutenden Dienst zu hinterlegen, können Sie ein Alias nach dem Schema dienste.1@meine-domain.de, dienste.2@meine-domain.de anlegen. Erhalten Sie zu viel Spam an eine dieser Aliase, können Sie den Alias löschen. Spam, der an diese Adresse gerichtet ist, wird dann nicht mehr in Ihr E-Mail-Postfach weitergeleitet.

Die Anzahl der E-Mail-Adressen/Aliase ist bei den meisten Gratis-Anbietern auf 1 bis 15 Adressen begrenzt. Bei united-domains können Sie unbegrenzt E-Mail-Aliase anlegen. In unserem Hilfe & Support Bereich erklären wir Ihnen, wie Sie E-Mail-Aliase anlegen. Mit einem Passwort-Manager wie Keypass, Lastpass oder 1Password behalten Sie den Überblick, welche Aliase Sie bei welchen Anbietern verwendet haben. Unser kostenlosen E-Mail-Paket können Sie hier aktivieren.

  1. Stand: 2015–07–16 – Quelle: nTLDStats.com  ↩
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