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Tipps zur Namenswahl

Domains

Die 10 größten Fehler bei der Domain-Wahl

Die perfekte Domain ist vor allem eins: Vor dem geistigen Auge klar erkennbar, aber nach der Verfügbarkeitsprüfung immer vergeben. Auf dem Weg zur nächstbesten Domain kommt der Suchende des Öfteren vom richtigen Weg ab und verrennt sich in abstrusen Domainkreationen. Sind die Fehler einmal gemacht, lassen sie sich später nur schwer korrigieren und sind mit hohen Kosten verbunden. Die nachfolgende Auswahl erklärt die häufigsten Fehler, die es zu vermeiden gilt.

1. Kein KISS: Zu lang, zu raffiniert oder erklärungsbedürftig

KISS ist eine universelle Empfehlung und lässt sich gut auf Domains anwenden. Sie steht für „keep it short and simple“ oder „keep it simple, stupid“. Für eine Domain folgt daraus: Kurze Domains sind besser. Sie sind besser merkbar und weniger anfällig für Vertipper. Das spart Geld beim Marketing und sorgt für weniger Trafficverluste.

Eine Domain sollte nicht erklärungsbedürfig sein. Im Idealfall muss sie nicht buchstabiert werden und weicht nicht von der Erwartung des Adressaten ab.

2clevr2f1nd4u.com: Cleverness bei der Namenswahl ist eine Sackgasse. User sollen Sie einfach finden. Eine Domain lässt im Idealfall nur eine Schreibweise zu. Je kürzer, älter und etablierter das Wort ist, desto weniger Missverständnisse gibt es und umso besser finden User die Seite. Weicht eine Domain von der etablierten Schreibweise ab, kann das zu Problemen führen. Der Bilderdienst flickr.com musste später die Domain mit der richtigen Schreibweise kaufen – flicker.com (mit e). Gibt es mehrere zulässige Schreibweisen, vervielfachen Sie die möglichen Domains und verwirren den User. Die Domain www.2fast4you.net lässt mehrere Schreibweisen zu:

2: 2, to, too, two
fast: fast
4: 4, four, for, fore
you: you, U

2. Nicht merkbar

Eine Domain sollte immer merkbar sein. Die Domain rzqt.de ist zwar kurz, aber schwer merkbar. Begriffe, die einen Sinn ergeben, sind grundsätzlich besser merkbar. Werden Wörter aus Fremdsprachen verwendet, leidet häufig die Merkbarkeit. Im Idealfall können Sie jemandem die Domain nennen, ohne sie zu erklären, und der Adressat erinnert sich auch noch nach einer Woche daran. Bei auto.de ist das der Fall – bei Kraftfahrzeuge-vom-Hinterhof-239.de nicht.

Der Streit, ob ein Fantasiename einen generischen Begriff schlägt, kann hier nicht entschieden werden. Ohne Marketing-Budget ist ein Fantasiename jedoch schlechter gestellt. Die höhere Unterscheidungskraft, Schutzfähigkeit und damit die Abgrenzung von anderen Marken erfordert ein gutes Marketing und ein passendes Marketingbudget. Der Fantasiename Google ist heute jedem bekannt. 1999 hätten Sie womöglich nach Gugel.com gesucht und an Topfkuchen gedacht.

3. Bindestrich falsch eingesetzt oder nicht registriert

Unter der Endung .de verfügen über 50% der registrieren Domains über einen Bindestrich. In den USA dagegen nur 5% der .com-Domains. Ist es in Deutschland vorteilhaft einen Bindestrich zu verwenden, verbietet es sich in den USA eine Bindestrich-Domain zu verwenden.

Inhaber eine Bindestrich-Domain sollten dennoch die Variante ohne Bindestrich registrieren. Gleiches gibt für Inhaber einer Domain ohne Bindestrich. Die weniger populäre Variante kann den Traffic auf die Haupt-Domain weiterleiten.

4. Zahlen, Umlaute und Sonderzeichen in der Domain

Zahlen sind schwer merkbar, wenn der Kontext nicht stimmt. Während das Zahlenanhängsel 24 noch weitgehend verständlich ist und als Domainerweiterung universell eingesetzt wird, ist die Zahl 42 vorrangig unter Sci-Fi-Fans und Programmierern bekannt. Architekten, Designer und die Natur lieben die Zahl 1.61803. Andere weben Zahlen als Buchstabenersatz in Worte ein und schaffen das Konstrukt h4ck3r (Hacker). Auch die im Englischen weit verbreitete Verwendung der Zahl 4 für for oder 2 für to führt zu weniger merkbaren Domains, weil unklar bleibt, ob der Begriff in Zahlen oder Buchstaben geschrieben werden muss.

Technisch stellen Zahlen in der Domain kein Problem dar. Anders sieht es bei Umlauten und Sonderzeichen aus. Hierbei handelt es sich um IDN-Domains, die noch immer Probleme in E-Mail-Programmen und Browsern verursachen. Solange die Probleme nicht gelöst sind, raten wir von einer gewerblichen Nutzung ab.

5. Falsche Keywords

Wenn Sie auf Keywords setzen, wählen Sie die Domain anhand von Keywords mit einem hohen Traffic. Synonyme, die nicht gesucht werden, führen im schlimmsten Fall dazu, dass der Inhaber der Domain mit dem populären Keyword ihren Traffic verwertet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Sie durch richtig gewählte Synonyme zusätzlichen Traffic einsammeln können, den Sie auf Ihre Hauptdomain weiterleiten können.

Besser „fahrrad-kaufen.de“ als „drahtesel-erwerben.de“.
Besser „handy-reparieren.de“ als „mobiltelefon-instand-setzen.de“.

6. Falsche Endung

Die Versuchung auf eine andere Endung auszuweichen ist groß, wenn .de und .com bereits belegt sind. Lesen Sie unseren letzten Newsletter-Artikel für eine Empfehlung.

7. Schlechte Ankaufstrategie

Wer billig kauft, kauft teuer – jedenfalls dann, wenn Sie mit Ihrer Domain Großes planen. Steht die Wunschdomain zum Verkauf, versuchen Sie ruhig einen Ankauf. Geben Sie ein substantielles Gebot ab und stellen Sie klar, dass Sie nicht einen Cent mehr bezahlen. Domain-Händlern fällt es schwerer ein Angebot über € 1000-2000 aus schlagen, als ein Angebot über €150 mit einem Gegenangebot über €10.000 zurückzuweisen. Für private und weniger wichtige Projekte können Sie auf verfügbare Domains zurückgreifen. Beispielsweise unter den neuen Domain-Endungen.

8. Missverständliche Domains

Domains können Missverständnisse verursachen – innerhalb der eigenen Sprache, aber auch in anderen Sprachen. Wenn Sie auf Bindestriche verzichten müssen, besteht die Gefahr missverstanden zu werden: penisland.com vs. pen-island.de. Bei mangelnder Fremdsprachenkenntnis schleichen sich schnell Fehler ein: So wurden die Cornflakes ohne Konservierungsstoffe einer englischen Werbeagentur in Frankreich zu „corn flakes sans préservatifs“ (Kornflakes ohne Kondome). Für Deutsche ist es immer wieder hilfreich, sich die Liste der so genannten False Friends anzusehen. Diese Worte hören sich deutsch an, haben im Englischen aber eine völlig andere Bedeutung. Der Klassiker ist Handy.

9. Verwendung von Marken

Unterlassen Sie die Verwendung von Marken in Domains, wenn Sie sich nicht gut damit auskennen und Ärger vermeiden wollen. Markeninhaber tolerieren nicht, dass Sie versuchen ihre teuer aufgebaute Marke zu monetarisieren. Rechtsstreitigkeiten werden schnell sehr teuer. Im Zweifel können Sie sich beraten lassen.

Es ist grundsätzlich besser, eine Distanz zu anderen Angeboten zu wahren – nicht nur aus juristischen Gründen. Ähnelt Ihre Domain einer Konkurrenz-Domain, riskieren Sie Ihre Kunden zu verlieren, weil Sie sich nicht klar abgrenzen können.

10. Domain-Namen nicht getestet

Wenn Sie Ihre Domain gewählt haben, gleichen Sie sie am besten mit Antoine de Saint-Exupérys Definition von Perfektion ab: „Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“

Sprechen Sie Ihre Wunsch-Domains auf den Anrufbeantworter Ihrer Bekannten. Sagen Sie den Domain-Namen nur einmal ohne ihn zu buchstabieren. Finden Ihre Bekannten Ihre Website, haben Sie eine gute Domain.

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