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Social Networks ersetzen nicht das eigene Blog

Facebook und Google+ versprechen die schnelle Einrichtung eines Blogs – sowohl für Individuen als auch Unternehmen. Es gibt hunderte Millionen Facebook User, die Unternehmensseiten bei Facebook entdecken und ihre Begeisterung mit ihren Freunden und Bekannten durch ein like teilen können. Und das alles sogar kostenlos. So die Theorie.

Es ist nur eine Seite der Medaille. Grundsätzlich gilt für Individuen: If it’s free, you are the product. Die Nachteile, die sich Unternehmen mit diesem Weg erkaufen, sind vielschichtiger. Denn der vermeintlich einfachere Weg, schnell und unkompliziert ein Blog unter Facebook oder Google+ zu erstellen, birgt gerade für Unternehmen Risiken.

Drei wichtige Gründe, ein Blog unter einer eigenen Domain zu beginnen:

1. Kontrolle:

Mit ihrem eigenen Blog bestimmen sie den Rahmen ihres Blogs, nicht Facebook oder Google. Die AGB der beiden Anbieter schließen bestimmte Nutzungsarten aus oder geben Regeln für eine Verwendung vor. Für Facebook finden sie weiter unten eine Auswahl von Regelungen aus der deutschen AGB Übersetzung.

Mit ihrem eigenen Blog behalten sie die Hoheit über ihre Bilder und Texte. Sie räumen den Anbietern nicht automatisch Rechte ein, ihre Inhalte in einem anderen Kontext kostenlos zu veröffentlichen oder sogar an Dritte zu lizensieren.

Die Inhalte ihres Facebook oder Google+ Blogs lassen sich schwieriger migrieren. Und sie sind nicht davor geschützt, dass ihnen der Nutzername entzogen wird (facebook.com/name) oder die Seite einfach geschlossen wird. Der Stadt München mit über 400.000 Facebook Fans passierte genau das – ohne Vorwarnung oder Ankündigung. Wenn der Gegner dann noch im Ausland sitzt, ist es schwierig und langwierig, sich gegen solche Maßnahmen zu wehren. Gelingt dies nicht, sind alle Fans und alle Inhalte verloren.

Ein FB oder Google+ Blog dient dazu, mit seinen Kunden bzw. Fans in Kontakt zu bleiben. Der Kontakt eines Unternehmens zu seinen Fans funktioniert allerdings nicht so zuverlässig und kostenlos, wie dies weitgehend vermutet wird. Nach einem vor kurzem veröffentlichten Artikel auf readwrite.com gewährleistet Facebook nicht, dass eine Nachricht auch tatsächlich alle Fans erreicht. Ein Algorithmus filtert Nachrichten an Fans, die vermeintlich uninteressant für diesen sind. Dazu zählen auch Nachrichten von Unternehmen. Nur über einen kostenpflichtigen sponsored post ist gewährleistet, dass die Nachricht bei allen Fans erscheint. Ob der Preis angemessen ist, ist eine andere Frage. Solange die Rahmenbedingungen für Unternehmen nicht verlässlich genug gestaltet sind, ist der Aufbau einer Community in Social Networks risikobehaftet. Der Niedergang von myspace.com ist nur ein Beispiel.

Social Networks analysieren sehr genau das Verhalten ihrer User. Auch Unternehmen sind an diesen Daten interessiert. Eine Analytics (Google) oder etracker Lösung für FB gibt es aber nicht. Die Statistikfunktionen sind bei Facebook immer noch rudimentär.

2. Design & Funktionalität

Sie können ein Blog unter ihrer eigener Domain sehr flexibel gestalten. Dies umfasst Punkte wie die Farbwahl, Anordnung der Webseitenelemente und Widgets/Plug-ins, die die Funktionalität des Blogs erweitern. Das gesamte Erscheinungsbild des Blogs kann an die Corporate Identity (CI) angepasst werden. Sie können ihre letzten Tweets einbinden, ihre Kunden können RSS Feeds abonnieren und sich für einen Newsletter eintragen. Unter Facebook oder google+ tritt ihr Blog jeweils unter der Corporate Identity des Social Networks auf und die Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt.

In ihrem eigenen Blog können sie die besten Blog Artikel und Kommentare hervorheben, eine vernünftige Suchfunktion anbieten und Inhalte kategorisieren und verschlagworten. Die Flexibilität gilt auch für die mobile Nutzung, die immer wichtiger wird: Viele WordPress Themes passen sich automatisch an den mobilen Browser an.

3. Sichtbarkeit & Search Engine Optimization (SEO)

Wenn sie bloggen, möchten sie ihre Kunden oder Freunde erreichen. Ein gutes und informatives Blog verfehlt seinen Zweck, wenn es nicht gelesen wird.

Die Sichtbarkeit ihrer Einträge bei Facebook ist begrenzt: Facebook hat kein Interesse daran, seine Inhalte von Google indexieren zu lassen. Google hat einen Anteil von 90% an allen Suchanfragen in Deutschland. Findet Google ihre Artikel auf Facebook nicht, können sie auf den Ergebnisseiten nicht angezeigt werden. Für Google+ mag das Gegenteil zutreffend sein. Dafür hat dieses Netzwerk gegenüber Facebook andere Nachteile; beispielsweise deutlich weniger Mitglieder.

Gute Artikel und Meldungen werden von Dritten aufgegriffen und verlinkt. Die Verlinkung wiederum wirkt sich positiv auf die Positionierung in den Suchergebnissen aus. Quantität und Qualität spielen hierbei eine Rolle. Wenn Dritte auf ihr Facebook oder Google+ Profil verlinken, profitiert jedoch nicht ihre Unternehmens- oder private Domain von diesen Backlinks.

Fazit

Facebook und Google+ haben ihre Berechtigung: Als Ergänzung zum eigenen Blog unter einer eigenen Domain. Als alleiniges Aushängeschild eines Unternehmens sind Social Networks mit zu vielen Risiken behaftet.

In eigener Sache: Wir machen ihnen die Installation eines WordPress Blogs leicht. Mit einer 1-Klick Installation für ihren Webspace. Testen sie es einfach.

Auszügen aus der deutschen Übersetzung der Facebook AGB ohne landesspezifische Sonderregelungen:

2.1 […]Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). […]

3.7 Du wirst keine Inhalte posten, die: Hassreden enthalten, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt auffordern oder Nacktheit sowie Gewalt enthalten.

3.9 Du wirst unsere Richtlinien für Promotions und alle geltenden Gesetze einhalten, wenn du Wettbewerbe, Werbegeschenke oder Preisausschreiben („Promotion“) auf Facebook anbietest oder veröffentlichst.

5.2 Wir können sämtliche Inhalte und Informationen, die du auf Facebook gepostet hast, entfernen, wenn wir der Ansicht sind, dass diese gegen diese Erklärung bzw. unsere Richtlinien verstoßen.

5.4 Wenn wir deine Inhalte entfernen, weil diese die Urheberrechte eines anderen verletzen, und du der Ansicht bist, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, werden wir dir die Gelegenheit zu einer Gegendarstellung geben.

10.1 Du kannst über deine Privatsphäre-Einstellungen einschränken, inwiefern dein Name und dein Profilbild mit kommerziellen, gesponserten oder verwandten Inhalten (wie z. B. einer Marke, die dir gefällt) verbunden werden können, die von uns zur Verfügung gestellt oder aufgewertet werden. Du erteilst uns die Erlaubnis, vorbehaltlich der von dir festgelegten Einschränkungen, deinen Namen und dein Profilbild in Verbindung mit diesen Inhalten zu verwenden.

11.10 Wir können deine Werbeanzeigen und die damit verbundenen Inhalte und Informationen zu Marketing- oder Werbezwecken verwenden.

15. Wenn du gegen den Inhalt oder den Geist dieser Erklärung verstößt oder anderweitig mögliche rechtliche Risiken für uns erzeugst, können wir die Bereitstellung von Facebook für dich ganz oder teilweise einstellen.

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