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ICANN schlägt Losverfahren für neue Domainendungen vor

Nachdem ICANN die Reihenfolge bei der Einführung neuer Domainendungen (new gTLDs) über das sogenannte digitale Bogenschießen abgesagt hat und lange Zeit keine Lösung in Sicht war, hat ICANN nun einen neuen Vorschlag präsentiert. Das Losverfahren soll den Start einer Domainendung entscheiden.

ICANN muss die Reihenfolge für die Evaluierung und Einführung neuer Domainendungen festlegen, da nicht alle TLDs gleichzeitig starten können. Die Anzahl der Delegierungen pro Jahr hat ICANN auf 1.000 TLDs pro Jahr limitiert; bei 1.931 Bewerbungen und maximal 1409 möglichen Domainendungen müssen also einige Domainendungen später eingeführt werden. Eine verzögerte Einführung kann einen erheblichen Einfluss auf den Registrierungserfolg haben. Allein in der Branche „Shopping“ bewerben sich 23 Domainendungen wie bargains, buy, cashbackbonus, cheap, coupon, coupons, deal, deals, discount, free, gift, gifts, gratis, kaufen, market, pay, promo, qpon, sale, save, shop und store. Ein früher Registrierungsstart verspricht ein hohes mediales Interesse und damit hohe Registrierungszahlen.

Das Losverfahren wurde bereits in der Vergangenheit diskutiert, aufgrund der lokalen Glücksspielgesetzgebung jedoch verworfen. Die aktuell vorgeschlagene Variante umgeht die Problematik indem ein gemeinnütziger Zweck die Unzulässigkeit heilt.

Unabhängig vom Ergebnis der Ziehung sollen die 116 internationalisierten Domainendungen, die einen nicht lateinischen Zeichensatz verwenden, vor allen anderen Domainendungen abgearbeitet werden. ICANN gibt an, dass bereits nach dem ICANN Meeting in April 2013 in Beijing die ersten Verträge mit den Bewerbern geschlossen werden können. Eine Verzögerung bei der Einführung neuer Domainendungen liegt damit zumindest auf dem Papier nicht vor.

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