Digitales Bogenschießen

Panorama

Immer mehr Dienstleister bieten automatisierten Treffer-Service an

Seit dem vergangenen Freitag läuft bei der Internetverwaltung ICANN die „Batching“-Phase für die neuen Domain-Endungen. Dieser Prozess ist für viele New-gTLD-Bewerber ungeheuer wichtig, wird doch bis zum 28. Juni die Reihenfolge bestimmt, nach der die ICANN die rund 2.000 Bewerbungen abarbeiten wird.

Bei diesem „Batching“ kommt ein Verfahren zum Einsatz, das die ICANN als digitales Bogenschießen („digital archery“) bezeichnet. Wie bei jedem Spiel wird es hierbei Gewinner und Verlierer geben. Der Erfolg eines Bewerbers basiert nicht zuletzt auf einer gewissen Portion Geschick – und auch auf Glück.

Angesichts dessen, was für viele Bewerber auf dem Spiel steht, verwundert es nicht, dass inzwischen mehr und mehr Dienstleister eine Art automatisierten Treffer-Service anbieten, der möglichst hohe Trefferquoten verspricht – und somit einen möglichst hohen Listenplatz in der Evaluierungsreihenfolge der ICANN. Oberstes Ziel der Bewerber ist es, auf jeden Fall im ersten Stapel („batch“) zu landen, um eine möglichst große Chance zu haben, die angestrebte TLD schon in der ersten Jahreshälfte 2013 einzuführen.

Bislang bieten vier Dienstleister öffentlich einen solchen Service an: das Dortmunder Unternehmen Knipp Medien und Kommunikation, Pool.com, Key Systems und Digital Archery Experts. Alle vier versprechen ihren Kunden einen Vorteil gegenüber deren Konkurrenten, da sie mittels eines eigens für das digitale Bogenschießen programmierten Skripts bessere Trefferquoten erzielen können als es ein Mensch vermag, der sich manuell ins TAS einloggen und rechtzeitig auf den „Submit“-Knopf drücken muss.

Die Preise variieren zwischen 7.500 US-Dollar (Frühbucherrabatt bei Knipp) und 25.000 US-Dollar (Pool.com). Alle vier Dienstleister scheinen von ihren Angeboten überzeugt zu sein, müssen ihre Kunden schließlich nur dann zahlen, wenn sie mit ihrer Bewerbung tatsächlich im begehrten ersten Stapel landen. Gehört ein Bewerber am Ende nicht zu den Top-500 in der ICANN-Liste, ist er den Bogenschießen-Profis auch nichts schuldig.

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