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New gTLD der Woche: .hiv

Der gemeinnützige Verein dotHIV hat sich bei der Internetverwaltung ICANN um die Einführung der Domain-Endung .hiv beworben. Mit einer eigenen Top-Level-Domain, die auf Kampf gegen das Menschliche Immunschwäche-Virus aufmerksam machen soll, möchte die Initiative eine Art „Rote Schleife des digitalen Zeitalters“ schaffen. Ziel ist es, gegen die Stigmatisierung von Menschen mit HIV anzugehen und Spendengelder für Initiativen und Projekte einzusammeln, die sich bereits im Kampf gegen die Krankheit engagieren.

Wie soll die digitale Rote Schleife funktionieren? Unternehmen können die Domain-Endung .hiv neben ihrer üblichen Top-Level-Domain – beispielsweise .com oder .de – benutzen. Der Kaufpreis für Domain mit .hiv-Endung fließt als Spende in einen großen Topf, der anschließend via Crowd-Voting verteilt wird. Die Domain-Endung .hiv wird also wie die berühmte Rote Schleife getragen.

Organisationen können ihre Projekte auf einer von dotHIV bereitgestellten Plattform vorstellen. Welches dieser Projekte dann finanzielle Unterstützung aus dem Spendentopf erhält, können Internet-Nutzer durch ihre Besuche von .hiv-Webseiten mitbestimmen.

Laut Angaben der dotHIV-Initiatoren gibt es im Internet bislang keinen globalen Raum, in dem sowohl Unternehmen als auch Internet-Nutzer Menschen mit HIV unterstützen und sich im Kampf gegen AIDS engagieren können. dotHIV möchte diese Lücke schließen und besonders Jugendliche verstärkt erreichen.

Sollte die Bewerbung um die .hiv-Top-Level-Domain in diesem Sommer erfolgreich verlaufen, könnten die ersten .hiv-Domains im Laufe des kommenden Jahres online gehen. Die Initiatoren der Organisation sind zuversichtlich: „Wir sind selbst überrascht, wie ausgesprochen positiv das Feedback zu dem Projekt bisher ausfällt – sei es seitens ICANN und der TLD-Branche, oder seitens Vertretern der Wirtschaft und des dritten Sektors“, sagt dotHIV-Vorstandsvorsitzende und Mitgründerin Carolin Silbernagl.

Die Antragsgebühr in Höhe von 140.000 Euro und weitere 260.000 Euro für die Realisierung des Projekts wurden einerseits durch Privatinvestoren bereit gestellt. Darüber hinaus halfen das dotHIV-Team selbst und ein Förderkredit der Investitionsbank Berlin/Hamburger Sparkasse bei der Finanzierung. „Die Investoren glauben an die Idee, ihren revolutionären Charakter und sehen das riesige Potenzial“, erklärt Silbernagl. „Darum waren sie bereit, das Risiko des Antrags mitzutragen und haben Beträge von mindestens 25.000 Euro ohne Aussicht auf Rendite beigetragen.“

Zahlreiche Unternehmen unterstützen das Projekt. „Insgesamt wird dotHIV allein in der Gründungsphase Pro-Bono-Leistungen im Wert von über 500.000 Euro erhalten“, freut sich Silbernagl. „Wenn die Top-Level Domain online geht, hoffen wir, über den Domainvertrieb ein Vielfaches dieses Investments einzusammeln, um HIV-Projekte auf der ganzen Welt zu unterstützen.“

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.dothiv.org/.

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