Panne bei der ICANN

Domains

Hickhack kurz vor Ende der nTLD-Bewerbungsfrist

Schlechter hätte das Timing kaum sein können. Ausgerechnet am letzten Tag der dreimonatigen Bewerbungsphase für die neuen Domain-Endungen musste die Internetverwaltung ICANN eine technische Panne eingestehen und das Bewerbungsverfahren kurzfristig unterbrechen. Was steckt hinter den Problemen?

Die zweite offizielle Stellungnahme der ICANN zur Panne vom Donnerstag ist noch kürzer als die erste und ist noch schwerer zu deuten: „Wir sind auf eine mögliche Panne in der TLD-Application-System-Software gestoßen, die es einer begrenzten Anzahl an Nutzern ermöglicht hat, in bestimmten Szenarien Datei- und Nutzernamen anderer Nutzer zu sehen.“ Mit anderen Worten: ein Systemfehler hat sich als Datenleck entpuppt.

Wodurch dieser Fehler verursacht wurde, erklärt ICANN hingegen nicht. Um einen Hacker-Angriff habe es sich nicht gehandelt, bereits hochgeladene Dokumente seien nicht verloren gegangen. Man wollte den Vorfall aber weiter untersuchen. Bis zum 18. April bleibe das Bewerbungssystem deshalb geschlossen.

Läuft alles nach Plan, erhalten die Bewerber ab dem kommenden Mittwoch für drei weitere Tage die Gelegenheit, ihre Anträge in das System einzuspielen. Am Freitag, 20. April, soll um 23.59 Uhr UTC endgültig Schluss sein.

Was auf den ersten Blick nach einer fairen Lösung aussieht, könnte sich als Wettbewerbsverzerrung herausstellen, findet die Domain-Expertin Jennie-Marie Idler-Larsen. „Viele Bewerber haben extrem viel Mühe und Zeit darauf verwendet, ihre Hausaufgaben rechtzeitig zu machen und ihre Unterlagen frühzeitig einzureichen“, wird Idler-Larsen von internetworld.de zitiert. Die Verlängerung bevorzuge jene Kandidaten, die dies bislang nicht geschafft haben.

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