Skandal im Sperrbezirk: .xxx-Domains sorgen weiter für Wirbel

Zum Jahresendspurt zeigt sich die bunte Domain-Welt nochmals in ihrer ganzen Pracht: So geben die Vergabestellen der .at-Domain sowie der .eu-Domain einen Blick hinter die Kulissen, gewissermaßen tiefe Einblicke offenbart die aktuelle Diskussion um das Vorgehen von ICM gegen Cybersquatter. Hier die Kurznews unserer Kollegen von domain-recht.de.

ICM Registry Inc., Verwalterin der .xxx-Domain, greift im Kampf gegen Cybersquatting hart durch. Nachdem mehrere Fälle eklatanter Rechtsverletzungen durch eine Handvoll von Einzelpersonen bekannt wurden, hat sich ICM für eine Suspendierung der betroffenen Adressen entschieden. Hierzu zählen unter anderem businessweek.xxx, snapfish.xxx, verizonwireless.xxx oder washingtonpost.xxx. Allerdings begibt sich die Registry damit auf dünnes Eis: Über die Suspensierung entschied ICM ohne ein Schiedsverfahren oder ein ordentliches Gericht, allein aufgrund eines behaupteten Verstoßes gegen Vergaberegeln. Das Risiko, dass der Inhaber doch zur Registrierung berechtigt war, bleibt aber. Gut möglich also, dass ICM Registry sein rigides Vorgehen noch bedauert.

.xxx-Domains: Es geht rund im Kampf gegen Cybersquatter

Deutlich friedlicher scheint es bei unseren südlichen Nachbarn zuzugehen. Die österreichische Registry Nic.at, Vergabestellte der .at-Domain hat seinen „.at-Report“ neu aufgelegt. Die Schlussausgabe 2011 ist der Rechtsabteilung gewidmet, die es in den letzten elf Jahren mit 1.200 .at-Streitigkeiten zu tun bekommen hat. Lediglich ein Zehntel landete allerdings vor Gericht. Wird Nic.at dediziert auf eine Rechtsverletzung hingewiesen, gelangt eine .at-Domain üblicherweise in den Wartestatus, bis sich die Parteien geeinigt haben oder eine rechtskräftige Gerichtsentscheidung vorliegt. Bis dahin kann eine Domain nicht übertragen werden. Im Jahr 2010 gab es zum Beispiel 88 solcher Fälle, wobei die Tendenz rückläufig ist – ein Hinweis auf gesicherte Rechtslage.

Go east in Brüssel: Bei soviel geballtem Wissen will auch EURid, die Vergabestelle der .eu-Domain mit Sitz in Brüssel, nicht hinten anstehen. Im .eu-Fortschrittsbericht für das dritte Quartal 2011 hebt EURid vor allem hervor, dass in den jüngeren EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien, Litauen und Rumänien die Zahl der Registrierungen überdurchschnittlich hoch ist. Insgesamt konnte .eu zwischen August und Oktober 2011 um 67.325 (2,0 Prozent) Domains zulegen. Mit insgesamt 3.413.726 Domains bleibt .eu unter den Top-5 der ccTLD-Weltrangliste, wenn auch nur knapp vor Chinas .cn. Bei weitem noch nicht ausgeschöpft scheint das Potenzial an internationalisierten Domain-Namen, die lediglich 1,7 Prozent aller Registrierungen ausmachen.

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