Von Falkland bis Saarland: Neues über die .fk-Domain und die .saarland-Domain

Kriegerisches gibt es von den Falklandinseln – und aus den USA – zu berichten, Erstaunliches über die .xxx-Domain, und Altbekanntes über die geoTLDs .koeln und .saarland – hier die Kurznews, heute mal „nur“ powered by domain-recht.de.

Einige Wirtschaftsverbände in den USA rüsten offenbar zum „letzten Gefecht“ gegen das nTLD-Programm der ICANN: Sie haben sich der ANA (Association of National Advertisers) angeschlossen, um als „Coalition for Responsible Internet Domain Oversight“ gemeinsam die Einführung der neuen Top-Level-Domains zu verhindern, wie Wallstreet Online berichtet. Unabhängig davon, wie man die Argumente des Bündnisses, dem die Nationale Restaurant Vereinigung (NRA) ebenso angehört wie der Verband der Lebensversicherer, bewertet, stellt sich die Frage, warum man diese Kritik nicht schon in einer früheren Phase des mehr als sechsjährigen Vorlaufs geäußert hat.

Argentinien, Grossbritannien, die Falklandinseln – da war doch was. Ja, und es geht weiter: Nach Presseberichten hat sich das argentinische Aussenministerium schriftlich an die ICANN gewandt und darauf hingewiesen, dass die Inseln und damit auch die Landesendung .fk zu Argentinien gehören. Die einzig valide Verwaltungsstelle für .fk sei daher die .ar-Registry NIC Argentina. Der Streit geht zurück auf den Falklandkrieg im Jahre 1982, in dessen Rahmen Argentinien Besitzansprüche sowohl hinsichtlich der Falklandinseln als auch Südgeorgien und Südliche Sandwichinseln erhoben hatte; letztlich blieben die Inseln jedoch in britischer Hand. Dass ICANN die Registry auswechselt, gilt als unwahrscheinlich, zumal Großbritannien bisher keine Zustimmung signalisiert hat. Ist derzeit aber auch egal: Eine Registrierung von .fk-Domains ist seit geraumer Zeit wegen angeblicher Wartungsarbeiten ohnehin nicht möglich.

Erstaunliches gibt es von der .xxx-Domain zu berichten: In der aktuell laufenden „Sunrise Period“ wurden rund 80.000 .xxx-Domains vorbestellt, u.a. wie dieser Tage zu lesen ist, auch von US-Schulen und Universitäten. Allerdings ging es dabei um das Blockieren möglicher Porno-Domains wie etwa harvard.xxx. Und was macht die Erotikindustrie, an die sich die Domain vor allem richtet? Sie ist offenbar eher zögerlich beim Registrieren der Domains unter der neuen Endung – und einige Branchengrößen klagen gegen die Vergabestelle: Die Porno-Industrie wirft ihr eine monopolistische Leitung, zu hohe Preise und zu wenig Wettbewerb vor. Dadurch sieht sich die Branche in ihren Interessen beschränkt.

Altbekanntes dagegen von zwei neuen geoTLDs: Die Stadt Köln und das Saarland haben mit Ausschreibungen für die .koeln-Domain und die .saarland-Domain begonnen. Beide Verfahren lassen sich in etwa so zusammenfassen: Eine finanzielle Beteiligung der Gebietskörperschaft soll es nur in eine Richtung geben – in Form der Beteiligung an den Erlösen aus dem Vergabebetrieb, der Rest und damit insbesondere das wirtschaftliche Risiko ist Privatsache der Bewerber.

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