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Die .bayern-Domain ist nicht genug!

24. Oktober 2011

Wer im Einzugsbereich der .hamburg-Domain, der .berlin-Domain oder der .koeln-Domain lebt, wird die Aufregung in Bayern kaum nachvollziehen können. Die Bayernpartei (für alle Nicht-Bayern: Das ist nicht die CSU!) hat sich zu Wort gemeldet und deutlich gemacht, dass Ihr die .bayern-Domain nicht ausreicht. Damit sei nur ein Tei des Freistaates bei den neuen Domain-Endungen abgedeckt, argumentieren sie in einer Pressemitteilung. Deshalb erwarten sie von der Staatsregierung, dass sie auch Endungen wie .franken, .schwaben oder .muenchen, .allgaeu und .ufr (für Unterfranken) forciert.

Kurzer Einschub: Das wäre in etwa so, als würde man zu der .berlin auch noch .charlottenburg oder .friedrichshain fordern. Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, denn Bayern ist bekanntermaßen etwas größer als Berlin, auch die sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Passau und Aschaffenburg dürften größer sein.

Soll auch .schwaben und .muenchen pushen: Bayerns CIO Pschierer (r.), hier bei seinem Treffen mit ICANN-Chairman Stephen Crocker (.l) am united-domains-Stand im Rahmen der newdomains.org-Konferenz.

Soll auch .schwaben und .muenchen pushen: Bayerns CIO Pschierer, hier bei seinem Treffen mit ICANN-Chairman Stephen Crocker am united-domains-Stand im Rahmen der newdomains.org-Konferenz.



Fakt ist aber, dass der Markt reguliert, welche Endungen sich durchsetzen - falls sie von ICANN zugelassen werden. Oder manchmal bestimmt er auch, ob es überhaupt eine Bewerbung gibt. Wie das gehen kann, hat die bayerische, pardon: oberfränkische, Stadt Hof vorgemacht: Sie hat mit einem regionalen Telekommunikations-Anbieter die lokale Wirtschaft ins Boot geholt und angekündigt, sich bei ICANN um die .hof-Domain bewerben zu wollen.

Einzige Forderung: 3000 Voranmeldungen müssen für .hof-Domains vorliegen, sonst rechne sich das Projekt “.hof” nicht. So kann sich eine Region selbst ihre Identität im Internet geben.

Von Liberec bis Lüderitz: Neues über die .cz-Domain und die .na-Domain

21. Oktober 2011

Je kürzer die Domain, desto besser? Unsinn, meint Axel Schwiersch. Nach der .versicherung-Domain und der - zugegebenermaßen recht kurzen - .reise-Domain will er nun mit einer weiteren (Lang-)Domain den Namensraum erobern: .immobilie heißt das neue Projekt seiner dotimmobilie GmbH aus Bendestorf bei Hamburg. Als heiße Luft entpuppt sich dagegen der Versuch eines Neustarts für das namibische Kürzel .na, während .cz an der Sicherheit arbeitet - hier die Kurznews der Kollegen von von domain-recht.de.

CZ.NIC, Registry für die tschechische Länderendung .cz, hat seine Vergabebedingungen überarbeitet. Die wohl wichtigste Änderung betrifft die Verlängerung der Schutzphase vor Löschung einer Domain. Sie beträgt künftig 60 Tage und verschafft dem Domain-Inhaber damit zusätzliche Luft, sollte seine Adresse in den Löschkreislauf geraten. Weitere Änderungen betreffen die Registrare und ihren Umgang mit den Daten der Domain-Inhaber, die besser geschützt sein sollen.

Die Entwicklungen bei .cz, mit aktuell rund 850.000 vergebenen Domains eine der wachstumsstärksten Endungen in Europa, sollten auch Personen mit Sitz außerhalb der Tschechischen Republik verfolgen, denn die Voraussetzungen für eine Registrierung sind günstig: .cz-Domains bestellen kann jedermann zu jedem beliebigen (legalen) Zweck. Es gibt keine Vergabebeschränkungen.

Ob Namibia seine Top-Level-Domain .na zu echtem Leben erwecken will oder alles nur ein großer Bluff ist, hatten wir erst vor zwei Wochen hatten wir gefragt. Inzwischen liegt die Antwort vor: Die Ankündigungen einer Organisation namens Groot Group Ltd. waren offenbar nur heiße Luft. Darauf deutet zumindest die Abschaltung der Kampagnen-Domain dotna.info hin, die anstatt von Hintergrundinformationen aktuell lediglich den schnöden Hinweis enthält, dass die über den US-Registrar GoDaddy angemeldete Internetadresse auf eine Platzhalterseite umgeleitet werde und sich der Inhaber bei GoDaddy melden solle.

“Einzigartige Vorteile” und “beste Platzierung in Suchmaschinen” verspricht die dotimmobilie GmbH mit der Einführung der neuen globalen Top Level Domain .immobilie. Der noch jungfräuliche Namensraum verspricht nach Meinung der Macher mit denkbaren Domains wie starnberg.immobilie oder buero-berlin.immobilie eine Adresse, die deutlich besser zur Neukundenakquise geeignet sei als Domains mit Firmierungen. Im Gegenzug werde der Preis je Domain bei rund 100 bis 150 Euro jährlich liegen. Sowohl Suchmaschinen und Verbraucher wissen dann aber, dass “das Angebot von einem professionellen Anbieter stammt, der klar identifiziert und als Branchenmitglied validiert wurde.” Registrierungsberechtigte Unternehmen können ab November ihre Wunsch-Domains vorreservieren.