Aller Anfang ist leicht, zumindest im Netz. Eine eigene Internet-Adresse kann ohne Aufwand mit wenigen Klicks online registriert werden. Der erste Web-Auftritt ist dank frei verfügbarer Vorlagen und WYSIWYG-Editoren („what you see is what you get“) gleich erstellt. Vielleicht noch ein Shop-System dazu? Kein Problem, kann alles heruntergeladen und mit etwas Glück auch ohne große Änderung zum Laufen gebracht werden.
Ganz so perfekt ist die schöne, neue Welt allerdings nicht. Nehmen wir einmal das Beispiel des (fiktiven) Inhabers einer kleinen Gärtnerei, Herbert K.
Herr K. geht mit der Zeit und stellt sein Angebot an Blumen, Gestecken, Obst und Gemüse dem geneigten Besucher im Netz vor. Er bekommt durchweg positive Resonanz auf seine Seite, einige seiner Kunden sagen sogar, dass sie über eine Suchmaschine auf ihn aufmerksam wurden. Herr K. sieht sich seinen Web-Auftritt gerne auch selbst an. Eines Tages jedoch ist er etwas unaufmerksam und vertippt sich bei seinem Domain-Namen. Plötzlich landet er auf einer Seite, die zugepflastert ist mit Werbung der Konkurrenz. “Was, wenn das meinen Kunden auch passiert?” fragt er einen Bekannten. “Vielleicht wandern sie dann zu einer anderen Gärtnerei ab. Und alles nur, weil ein Buchstabe falsch ist!” “Tja, Fat-Finger-Distance, Herbert!” ist alles, was er von seinem Bekannten zu hören bekommt.
Kurz darauf hat Herr K. den Vorfall wieder vergessen. Sein Bekannter hat ihm nämlich erzählt, dass eine Webseite an sich ohnehin nicht mehr der neueste Schrei sei. Vielmehr müsse er sich im Web 2.0 bewegen, DAMIT sei er der Konkurrenz voraus. Herr K. macht sich also schlau und kennt kurz darauf die Namen der wichtigsten Social Networks. Auch unsere Suchmaschine ud.com findet er. Dort gibt er testweise den Namen seiner Gärtnerei ein. Und siehe da: SEIN Name ist bei Facebook und Twitter bereits belegt! Er besucht den Facebook-Account. Zwar steht dort nichts, eine eigene Seite kann er dort aber nicht mehr erstellen, weil der Name eben schon vergeben ist. Beim Besuch von Twitter dann traut er seinen Augen kaum: unter dem Namen seiner Gärtnerei wirbt dort ein Konkurrent für seine Produkte! Über einen Link gelangt man direkt auf die Homepage des Wettbewerbers, inklusive Anfahrtsskizze und Sonderangeboten. Herr K. schreibt zwar umgehend an den Support von Twitter, gesperrt wird der Account jedoch nicht, geschweige denn, dass Herr K. ihn übertragen bekäme.
Schöne, neue Welt? Wie gesagt - nicht unbedingt. Immer wieder müssen Privatpersonen, Firmen und Markeninhaber feststellen, dass sie ihren Namen im Netz nicht alleine benutzen. Auch in meiner Arbeit für united-domains höre ich regelmäßig von Fällen, in denen Kunden ihre Wunsch-Domain nicht einfach direkt registrieren können, sondern mühsam einklagen müssen, weil Dritte den Namen bereits weggeschnappt haben. Mit zunehmender Bedeutung von Social Networks tritt diese Problematik inzwischen auch bei Twitter, Facebook und Co. auf.
Einige meiner Kollegen haben sich daher zu einem Team zusammengeschlossen, um mit der Seminarreihe Domain-Lunch die Fallstricke im Netz aufzudecken und Lösungen aufzuzeigen.
Die Vorträge richten sich sowohl an Privatpersonen als auch an Firmen, Markeninhaber und alle anderen, die im Netz vertreten sind (oder sein wollen). Im Rahmen der Veranstaltungen wird geklärt, welche rechtlichen Grundlagen bei der Domain-Registrierung zu beachten sind und wie man den eigenen Namen im Netz gegen einen Missbrauch von Dritten sichert oder - falls es bereits zu spät ist - wie gegen einen Missbrauch vorgegangen werden kann.
Aktuell bereiten die Kollegen bereits den 6. Domain-Lunch vor, die Rückmeldungen waren bislang durchweg positiv. Dabei muss guter Rat nicht teuer sein: die Teilnahme am Domain-Lunch ist kostenlos. Da die Anzahl der verfügbaren Plätze begrenzt ist, können sich Interessenten direkt online anmelden und einen Platz anfordern.
Herr K. hätte, wäre er eine reale Person, beim Domain-Lunch übrigens auch erfahren, was es mit der Fat-Finger-Distance auf sich hat. Doch nicht nur das: bereits vor dem gemeinsamen Mittagessen hätte er gewusst, wie er seinen Namen im Netz platzieren muss, um mit seiner Gärtnerei tatsächlich optimal in der schönen, neuen Welt aufgestellt zu sein.
Fette Finger und falsche Freunde: was den eigenen Namen im Netz gefährdet
9. August 2010
In eigener Sache: seit einer Weile bietet ein Team von Spezialisten der united-domains AG die Seminarreihe Domain-Lunch an. Um was es dabei geht und warum das auch für Sie interessant sein könnte, zeige ich Ihnen in diesem Artikel.
von uniteddomains unter Aktionen, Unternehmen gepostet.
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Jul
Kommentar von Malte Schmidt — 9. August 2010 @ 14:33
Klingt äusserst plausibel.
Wie funktioniert was mit dem “einklagen” denn? Mal angenommen jemand nennt mit Absicht seinen Laden “Chip”, kann er dann unter umständen chip.de bekommen? Das klingt für mich komisch.
Viele Grüße.
)
PS: @Stefanie, ich bin von deiner Schreibweise hellauf begeistert. Einige sollten sich da mal eine Scheibe von abschneiden. (Ich meine mich mit meinen Tripple-Anschlägen auf der Tastatur
Kommentar von Stefanie Winkelmann — 9. August 2010 @ 15:28
Hallo Malte,
es kommt jeweils auf den Einzelfall an. Wenn eine Firma bereits eine Marke angemeldet hat und diese auch nutzt, Jahre später aber ein gleichnamiger Laden eröffnet wird, dann stehen die Chancen eher schlecht (wobei das keine Rechtsberatung ist).
Wenn du dich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir http://www.domain-recht.de dort findest du zum Beispiel viele Urteile aus dem Domain-Recht.
Viele Grüße
Stefanie
PS: Vielen Dank für das Kompliment, das freut mich sehr!
Kommentar von FatFingerDomain.com — 28. November 2011 @ 18:53
Hi genau zu diesem Thema gibt’s auch eine Webseite, mit der man sich 3 Fat Finger Domaiins ermitteln lassen kann. Ich denke das sollte jeder für sein Projekt / Projekte ausprobieren.